Vitamin-B1-Mangel: Symptome und Anzeichen

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Vitamin-B1-Mangel: Symptome und Anzeichen
zuletzt aktualisiert: 04.03.2026
Lesedauer: 8 Min
von der Lebenskraftpur Redaktion
Vitamin-B1-Mangel: Symptome und Anzeichen

Vitamin-B1-Mangel: Symptome und Anzeichen

Vitamin-B1-Mangel Symptome sind oft unspezifisch und werden daher leicht übersehen: Müdigkeit, Schlafstörungen, Reizbarkeit oder Konzentrationsprobleme können erste Hinweise sein. Da der Körper nur geringe Vitamin-B1-Speicher besitzt, kann es unter bestimmten Umständen – z.B. bei stark einseitiger Ernährung oder hohem Alkoholkonsum – zu einer Unterversorgung kommen. Dieser Beitrag zeigt, welche Anzeichen typisch für einen Vitamin-B1-Mangel sind, wer zur Risikogruppe gehört und wann aus subtilen Beschwerden ernsthafte Erkrankungen entstehen können.

Inhaltsverzeichnis


Vitamin-B1-Mangel Symptome – Das Wichtigste in Kürze

  • Vitamin-B1-Mangel Symptome sind häufig unspezifisch (z.B. Müdigkeit, Schlafstörungen, Reizbarkeit).
  • Risikogruppen für einen Vitamin-B1-Mangel sind u.a. Menschen mit hohem Alkoholkonsum, stark einseitiger Ernährung, chronischen Erkrankungen oder erhöhtem Bedarf.
  • Neurologische Beschwerden wie Kribbeln, Gedächtnisprobleme oder Muskelschwäche können auf einen fortgeschrittenen Mangel hinweisen.
  • In schweren Fällen drohen Erkrankungen wie Beriberi oder das Wernicke-Korsakow-Syndrom – diese sind in Europa jedoch äußerst selten.
  • Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Thiamin-Zufuhr können irreversible Schäden verhindern.

Symptome und Anzeichen für einen Vitamin-B1-Mangel

Vitamin B1, auch Thiamin genannt, ist das einzige Vitamin, das bereits im 19. Jahrhundert entdeckt wurde. Einige Jahre später erhielt der holländische Arzt Christiaan Eijkman 1929 den Nobelpreis für die Entdeckung der Vitamin-Mangel-Krankheit Beri-Beri, die v.a. durch einen starken Vitamin-B1-Mangel verursacht wird.

Solche starken Mängel sind in westlichen Ländern glücklicherweise äußerst selten. Jedoch verfügt unser Körper nur über geringe Vitamin-B1-Speicher (1-3 Wochen)1. Unter bestimmten Umständen, bei einigen Krankheiten oder bei sehr einseitiger Ernährung kann es daher durchaus zu einer Unterversorgung des Vitamins kommen. In Deutschland nehmen zudem etwa 20 % der Männer und mehr als 30 % der Frauen weniger Vitamin B1 auf als empfohlen2.

Zu den typischen Anzeichen, Symptomen und Folgen eines Vitamin-B1-Mangels gehören:

  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Schlafstörungen
  • Reizbarkeit, innere Unruhe oder depressive Verstimmung
  • Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
  • Übelkeit, Bauchschmerzen
  • Appetitlosigkeit, leichter Gewichtsverlust
  • Geringe körperliche Leistungsfähigkeit und Muskelschwäche
  • Nerven- und Herzschädigungen (bei starkem Mangel)
  • In besonders schweren Fällen: Vitamin-Mangel-Erkrankungen

Zu den Risikogruppen für einen Vitamin-B1-Mangel gehören: 

  • Menschen mit hohem Alkoholkonsum
  • Menschen mit stark einseitiger Ernährung oder einem sehr hohen Anteil raffinierter Kohlenhydrate (weißer Reis, Weißmehl, Zucker) in der Ernährung
  • Menschen mit hohem Tee- und Kaffeekonsum
  • Menschen, die intensiv Sport betreiben oder schwerer körperlicher Arbeit nachgehen
  • Diabetiker und Menschen mit hohem Blutzucker
  • Menschen mit Schilddrüsenüberfunktion, Lebererkrankungen oder chronischen Darmerkrankungen
  • Schwangere und stillende Frauen
  • Menschen, die orale Verhütungsmittel oder bestimmte Medikamente einnehmen (z.B. Antazida, Antikonvulsiva und Diuretika)
  • Menschen, mit einer Operation im oberen Magen-Darm-Trakt oder an der Bauchspeicheldrüse
  • Ältere Menschen, insbesondere mit Niereninsuffizienz/Hämodialyse oder Demenz

Symptome bei Vitamin-B1-Mangel: Müdigkeit

Müdigkeit kann unzählige Ursachen haben und auch die meisten Vitaminmängel können sich durch Müdigkeit äußern. So auch bei Vitamin B1. Müdigkeit ist eines der frühesten und häufigsten Anzeichen eines Vitamin-B1-Mangels. In der Folge kann es zu einer geringen körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit und schneller Erschöpfung kommen.

Das passt gut zur Rolle von Thiamin im Energiestoffwechsel: Vitamin B1 wird benötigt, damit der Körper Kohlenhydrate effizient in nutzbare Energie umwandeln kann.


Interessant zu wissen: Der Vitamin-B1-Bedarf steigt mit zunehmender Kohlenhydrataufnahme, da das Vitamin maßgeblich am Energiestoffwechsel, insbesondere von Glucose, beteiligt ist. Menschen, die sich sehr kohlenhydratreich ernähren, haben daher einen erhöhten Bedarf.

Schlafstörungen durch Vitamin-B1-Mangel

Schlafstörungen gehören ebenfalls zu den subtilen, unspezifischen Symptomen eines Vitamin-B1-Mangels und treten oft parallel zu Müdigkeit und Erschöpfung auf3. So kann es in Folge eines Mangels zu

  • Einschlafproblemen oder
  • unruhigem Schlaf kommen.

Bestätigend legt auch eine große koreanische Studie nahe, dass eine geringe Vitamin-B1-Aufnahme mit übermäßigem Schlaf in Verbindung steht. Hoher Alkoholkonsum verstärkte diesen Zusammenhang4. Daher ist es naheliegend, dass Vitamin B1 eine Rolle bei der Schlafregulation spielt.

Wie wirkt sich ein Vitamin-B1-Mangel auf die Psyche aus?

Ein Vitamin-B1-Mangel kann sich auch spürbar auf die Psyche auswirken und Beschwerden wie

  • Reizbarkeit,
  • innere Unruhe oder
  • depressive Verstimmungen auslösen.

Das liegt daran, dass Thiamin essenziell für die Nervenfunktion und Bildung von Nervenbotenstoffen im Gehirn ist. So zeigen Untersuchungen, dass es einen Zusammenhang zwischen den Symptomen einer Depression und dem Vitamin-B1-Spiegel gibt. Darüber hinaus konnte durch die Supplementierung mit Vitamin B1 in kleineren Studien gezeigt werden, dass sich positive Änderungen in der Stimmung einstellten (z.B. klarer Kopf, gesteigerte Energie, bessere Schlafgewohnheiten)3.

Symptome bei Vitamin-B1-Mangel: Gedächtnisstörungen

Ein weiteres typisches neurologisches Symptom bei Vitamin-B1-Mangel stellen Gedächtnisstörungen und Konzentrationsprobleme dar. Dieses Symptom ist v.a. bei starkem Vitamin-B1-Mangel ausgeprägt (dazu unten mehr). Denn Thiamin ist entscheidend für

  • die Gehirnfunktion und
  • den Glukose-Stoffwechsel im Nervensystem

– ein Mangel kann zu einer Art „Nebel im Kopf“ führen. Dies ist auch der Grund, warum Thiamin-Mangel mit einer verstärkten Symptomatik der Alzheimer-Erkrankung in Verbindung gebracht wird. So macht das Gehirn nur etwa 2 % des Körpergewichts aus, verbraucht aber ca. 20 % der zugeführten Kohlenhydrat-Energie. Wir erinnern uns: Vitamin B1 ist zentral für die Energiegewinnung aus Kohlenhydraten – und somit auch für die Energieversorgung des Gehirns1.

Bauchschmerzen durch Vitamin-B1-Mangel

Bauchschmerzen und Verstopfung zählen zu den gastrointestinalen Symptomen eines Vitamin-B1-Mangels. Thiamin ist nicht nur im Gehirn, sondern auch im Verdauungstrakt für

  • die Funktion der Nerven sowie
  • die Darmmuskulatur vonnöten.

Ein Mangel kann daher die Darmtätigkeit stören, was zu diesen Beschwerden führt. Neben den diffusen Beschwerden wie Energielosigkeit, schlechtem Schlaf und Reizbarkeit kann das kombinierte Auftreten mit Bauchschmerzen ein gezielterer Hinweis darauf sein, dass man eventuell zu wenig Vitamin B1 aufnimmt.


Gut zu wissen: Gute Vitamin-B1-Quellen

Lebensmittel, die reich an Vitamin B1 sind, sind Bierhefe, Schweinefleisch, Weizenkeime, Fisch (Scholle, Lachs, Forelle), Nüsse (Macadamia), Vollkornprodukte, Haferflocken, Hülsenfrüchte und Sonnenblumenkerne. Lebensmittel, die wenig Vitamin B1 enthalten, sind geschälter und polierter Reis, Weißmehlprodukte, Milchprodukte, Gemüse und Obst. Da Vitamin B1 hitzeempfindlich ist, kann der Gehalt bei der Zubereitung von Lebensmitteln abnehmen. Fisch sollte idealerweise jedoch schonend gegart werden – denn roher Fisch enthält Enzyme, die Vitamin B1 abbauen.

Symptome bei Vitamin-B1-Mangel: Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust

Appetitlosigkeit ist ein weiteres Warnsignal, das auf einen Vitamin-B1-Mangel hindeuten kann. Der fehlende Appetit kann in Verbindung mit psychischen Symptomen und Magen-Darm-Beschwerden im weiteren Verlauf zu unerwünschtem Gewichtsverlust führen.

Vitamin-B1-Mangel: Muskelschmerzen, Muskelschwäche und Krämpfe

Muskelschmerzen, Schwäche und Krämpfe sind klassische Symptome der „trockenen Beriberi“ – einer bestimmten Form der Vitamin-B1-Mangelerkrankung Beriberi. Betroffene spüren – insbesondere in Beinen und Füßen –

  • brennende Schmerzen,
  • Ziehen oder
  • nächtliche Krämpfe,
  • begleitet von zunehmender Muskelschwäche.

Thiamin ist essenziell für den Energiestoffwechsel in Muskeln und Nerven – ein Mangel führt zu gestörter Kontraktion und Überempfindlichkeit. Diese Beschwerden verschlimmern sich schleichend und können mit Kribbeln oder Gangunsicherheit einhergehen. Bei anhaltenden Muskelproblemen ohne Sportüberlastung sollte daher der Thiamin-Status abgeklärt werden.


Thiamin-Versorgung optimal prüfen

Die Thiamindiphosphat (TDP)-Konzentration im Vollblut oder in Erythrozyten ist ein guter Indikator für den Thiamin-Status, besonders bei Risikogruppen5. Auch eine ärztliche Anamnese sowie der Versuch einer Supplementierung sind aufschlussreich, wenn der Verdacht auf einen Mangel besteht.

Symptome bei Vitamin-B1-Mangel: Kribbeln und Taubheitsgefühle

Kribbeln (Parästhesien) und Taubheitsgefühle in Extremitäten deuten auf Polyneuropathie (Schädigung von Nerven) durch bereits ausgeprägten Vitamin-B1-Mangel hin und gehören ebenfalls zum Krankheitsbild der „trockenen Beriberi“. Symptome beginnen mit

  • nächtlichem Brennen,
  • Kälte-/Wärmeempfindungsstörungen oder
  • Einschlafen der Glieder.

Thiamin schützt Nervenmembranen und -leitfähigkeit – bei einem Vitamin-B1-Mangel entzünden und degenerieren diese allmählich.

Herzrhythmusstörungen durch Vitamin-B1-Mangel

Veränderungen des Herzens entwickeln sich dagegen bei der „feuchten Beriberi“. Durch starken Vitamin-B1-Mangel kann es hier zu den folgenden Beschwerden kommen:

  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzrasen
  • Ansammlung von Flüssigkeit (Ödemen), z.B. in den Beinen

Langfristig können sich Schäden am Herz manifestieren und eine Herzinsuffizienz kann sich entwickeln. Sobald Veränderungen am Herzen bemerkt werden, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache abzuklären.

Vitamin-B1-Mangel: Krankheiten bei schweren Mangelformen

Bei schwerem, unbehandeltem Vitamin-B1-Mangel können sich charakteristische Erkrankungen entwickeln, wie die bereits erwähnte Beriberi und das Wernicke-Korsakow-Syndrom. 

Vitamin-B1-Mangel: Sonderform Beriberi

Die Vitamin-B1-Mangelerkrankung Beriberi kann dabei in zwei unterschiedlichen Formen auftreten:

  • Trockene Beriberi führt zu Nervenschädigungen in den Extremitäten (periphere Neuropathie) mit Muskelschwäche, Kribbeln, Lähmungen und starken Schmerzen. 
  • Feuchte Beriberi führt zu Ödemen, Herzrhythmusstörungen und im Extremfall zu Herzversagen.

Vitamin-B1-Mangel: Sonderform Wernicke-Korsakow-Syndrom

Das Wernicke-Korsakow-Syndrom besteht aus zwei Teilen:

  • Die Wernicke-Enzephalopathie äußert sich durch Verwirrung, Augenbewegungsstörungen, Apathie und Gehschwierigkeiten.
  • Daneben kann es im Zuge des Korsakow-Syndroms zu massiven Gedächtnislücken, starker Verwirrung und sog. Konfabulation kommen. Dabei werden Erinnerungen und Ereignisse unbewusst erfunden, um die Gedächtnislücken zu kompensieren.

Solch starke Vitamin-B1-Mängel mit der Entwicklung ernsthafter Mangelerkrankungen sind in Europa äußerst selten und treten in der Regel nur bei starkem Alkoholkonsum oder der Kombination mehrerer Risikofaktoren und sehr einseitiger Ernährung auf. Bei entsprechenden Anzeichen sollte unmittelbar ein Arzt aufgesucht werden, um ggf. durch Thiamin-Gabe irreversible Schäden zu verhindern.

Fazit: Vitamin-B1-Mangel Symptome sind vielfältig

Vitamin-B1-Mangel Symptome reichen von unspezifischer Müdigkeit und innerer Unruhe bis hin zu neurologischen Störungen, Muskelschwäche oder Herzproblemen bei schweren Verläufen. Besonders tückisch ist, dass frühe Anzeichen leicht anderen Ursachen zugeschrieben werden. Eine bewusste Ernährung, die Berücksichtigung individueller Risikofaktoren und bei Verdacht eine gezielte Blutuntersuchung helfen, einen Mangel rechtzeitig zu erkennen. Denn frühzeitig behandelt, lassen sich mögliche Folgeschäden in der Regel gut vermeiden.


FAQ – Häufige Fragen zu Vitamin-B1-Mangel Symptomen

Wie äußert sich ein Vitamin-B1-Mangel?

Antwort ein- oder ausklappen

Ein Vitamin-B1-Mangel äußert sich anfangs unspezifisch durch Müdigkeit, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme und Magen-Darm-Beschwerden. Später treten Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Muskelschwäche, Kribbeln oder Herzrasen auf. Bei starkem Mangel – wie er in westlichen Ländern nur selten auftritt – kann es zu irreversiblen Schäden von Nerven und Herz kommen.

Welche Krankheit wird durch Vitamin-B1-Mangel verursacht?

Antwort ein- oder ausklappen

Ein schwerer Vitamin-B1-Mangel kann die Mangelerkrankung Beriberi (trockene Form: Neuropathie; feuchte Form: Herzinsuffizienz) oder das Wernicke-Korsakow-Syndrom verursachen. Beide Krankheiten treten selten in Deutschland auf, meist bei Alkoholismus oder starker Mangelernährung.

Wie lange dauert es, einen Vitamin-B1-Mangel zu beheben?

Antwort ein- oder ausklappen

Bei einem milden Vitamin-B1-Mangel bessern sich Symptome innerhalb von 1-2 Wochen durch Supplementierung oder veränderte Essgewohnheiten. Schwere Fälle (z.B. Beriberi) erfordern hochdosierte Gaben oder die intravenöse Verabreichung von Thiamin und zeigen eine Besserung in Tagen, eine volle Erholung in Wochen bis Monaten.

Quellen

  1. Pacei, Tesone, et al., ‘The Relevance of Thiamine Evaluation in a Practical Setting’, Nutrients 2020, Vol. 12, vol. 12, no. 9, pp. 1–17, Sep. 2020. [Accessed: 17 February 2026].
  2. Max Rubner-Institut - Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, ‘Ergebnisbericht, Teil 2 Nationale Verzehrsstudie II’, 2008.
  3. Dhir, Tarasenko, et al., ‘Neurological, psychiatric, and biochemical aspects of thiamine deficiency in children and adults’, Front. Psychiatry, vol. 10, no. APR, p. 447129, Apr. 2019. [Accessed: 17 February 2026].
  4. Lee, Kim, et al., ‘The Relationship Between Thiamine Intake and Long Sleep Duration: Results From the Korea National Health and Nutrition Examination Survey’, Journal of Preventive Medicine and Public Health, vol. 55, no. 6, p. 520, Nov. 2022. [Accessed: 17 February 2026].
  5. Strandler and Strand, ‘Thiamin (Vitamin B1) – A scoping review for Nordic Nutrition Recommendations 2023’, Food Nutr. Res., vol. 67, p. 10.29219/fnr.v67.10290, 2023. [Accessed: 18 February 2026].
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