Kollagen in der Schwangerschaft – sinnvoll oder riskant?

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Kollagen in der Schwangerschaft – sinnvoll oder riskant?
zuletzt aktualisiert: 14.08.2026
Lesedauer: 8 Min
von der Lebenskraftpur Redaktion
Kollagen in der Schwangerschaft – sinnvoll oder riskant?

Kollagen in der Schwangerschaft – sinnvoll oder riskant?

Kollagen in der Schwangerschaft ist ein Thema, das viele werdende Mütter beschäftigt. Schließlich spielt Kollagen als Strukturprotein eine wichtige Rolle für Haut, Bindegewebe, Gelenke und zahlreiche Gewebe im Körper. Doch ist die Einnahme von Kollagenhydrolysat während der Schwangerschaft überhaupt sinnvoll und sicher? In diesem Beitrag erfahren Sie, was die aktuelle Studienlage zu Kollagen in der Schwangerschaft sagt, welche potenziellen Vorteile diskutiert werden und worauf Schwangere bei der Auswahl eines Kollagenpräparats achten sollten.

Inhaltsverzeichnis


Kollagen in der Schwangerschaft – Das Wichtigste in Kürze

  • Bislang existieren keine Hinweise, dass Kollagenhydrolysat negative Auswirkungen auf eine Schwangerschaft hat.
  • Die wissenschaftliche Datenlage ist jedoch begrenzt, da nur wenige Studien an schwangeren Frauen durchgeführt wurden.
  • Kollagen als körpereigenes Strukturprotein ist u.a. wichtig für die Spannkraft der Haut, die Belastbarkeit von Sehnen und Bändern, die Festigkeit von Knochen und Knorpel sowie die Struktur von Gebärmutter und anderen Organen.
  • Übliche Kollagen-Dosierungen liegen zwischen 2,5 und 15 g täglich; eine allgemeingültige Empfehlung für Schwangere gibt es nicht.
  • Im Idealfall sollte vor der Einnahme von Kollagen in der Schwangerschaft Rücksprache mit einem Arzt, einer Hebamme oder einer Ernährungsfachkraft gehalten werden.
  • Bei der Auswahl eines Kollagenpräparats sollte in einer solch sensiblen Lebensphase wie der Schwangerschaft besonders auf eine hohe Qualität und Reinheit geachtet und geprüft werden, ob etwaige ergänzende Zutaten in der Schwangerschaft unproblematisch sind.

Kann man Kollagen in der Schwangerschaft nehmen?

Kollagenhydrolysat wird von vielen Menschen zu unterschiedlichsten Zwecken eingenommen. Daher fragen sich viele Frauen, ob die Einnahme von Kollagen in der Schwangerschaft vorteilhaft sein könnte und ob es überhaupt eingenommen werden darf.

Grundsätzlich gilt Kollagenhydrolysat als gut verträglich und sicher. Ob das auch für die Schwangerschaft gilt, ist ein umstrittenes Thema. Bislang existieren keine Hinweise auf negative Effekte durch die Kollageneinnahme für Mutter oder Kind. Da Kollagen zudem ausschließlich aus Aminosäuren besteht, die ohnehin im Körper vorkommen und auch in Lebensmitteln enthalten sein können, besteht des Weiteren auch kein Grund zur Annahme einer schädlichen Wirkung.

Doch warum ist die Einnahme von Kollagen während der Schwangerschaft dann umstritten? Weil es bisher nur wenige Studien gibt, die die Wirkung und Sicherheit von Kollagen-Präparaten an schwangeren Frauen untersucht haben. Jedoch existiert zumindest bereits eine Studie, in der

  • die Kollagen-Einnahme im dritten Schwangerschafts-Trimester mit keinem erhöhten Aufkommen von Nebenwirkungen einherging und
  • keine nennenswerten Sicherheitsbedenken auftraten1.

Es lässt sich also festhalten: Es gibt derzeit keine konkreten Anhaltspunkte aus Studien dafür, dass die Einnahme von Kollagenhydrolysat in der Schwangerschaft schädlich für Mutter oder Kind sein könnte. Jedoch existieren ebenfalls bislang kaum Studien, die die Sicherheit während der Schwangerschaft belegen.

Welche Rolle spielt Kollagen während der Schwangerschaft?

Kollagen ist ein zentrales Strukturprotein des Körpers und kommt v.a. im Bindegewebe vor. Es macht etwa ein Drittel aller Proteine im menschlichen Körper aus und verleiht Geweben Stabilität, Festigkeit und Form. Deshalb ist Kollagen im Körper u.a. wichtig für

  • die Spannkraft der Haut,
  • die Belastbarkeit von Sehnen und Bändern,
  • die Festigkeit von Knochen und Knorpel sowie
  • die Struktur von Gebärmutter und anderen Organen.

Während der Schwangerschaft ist Kollagen als Strukturprotein v.a. dort wichtig, wo sich das Gewebe der Mutter und die Strukturen des Kindes begegnen. Es trägt z.B. dazu bei, dass sich Gebärmutter und Plazenta während der Schwangerschaft gut anpassen und umbauen können. Forschungen zeigen außerdem, dass Veränderungen der Kollagenstruktur mit bestimmten Schwangerschaftsproblemen in Verbindung stehen können – dieser Zusammenhang ist jedoch komplex und noch aktueller Gegenstand der medizinischen Forschung2.

Seitliche Ansicht einer schwangeren Frau, die in einem hellen Raum steht und mit einer Hand den unteren Rücken hält

Abb. 1: Kollagen als körpereigenes Strukturprotein trägt während der Schwangerschaft u.a. dazu bei, dass sich Gebärmutter und Plazenta gut anpassen und umbauen können.

Ob eine zusätzliche Einnahme von Kollagenhydrolysat in der Schwangerschaft besondere Vorteile bietet, ist bisher jedoch kaum untersucht. Es kann vermutlich angenommen werden, dass schwangere Frauen zumindest die gleichen Effekte der Kollagen-Einnahme erwarten können wie nicht-schwangere Frauen3.

Über spezifische schwangerschaftsbezogene Vorteile lässt sich darüber hinaus zum aktuellen Zeitpunkt nur spekulieren:

  • Hautelastizität: Wenn der Bauch im Laufe der Schwangerschaft wächst, muss sich die Haut stark dehnen und permanent anpassen. Dehnungsstreifen können die Folge sein. Studien deuten darauf hin, dass die Kollageneinnahme die Elastizität der Haut in gewissem Maße unterstützen kann3. Daher könnte die Frage gestellt werden, ob Kollagen eventuell auch das Auftreten von Dehnungsstreifen reduziert. Beweise aus Studien hierzu fehlen bislang.
  • Gelenkschmerzen: Aufgrund von hormonellen Veränderungen, Gewichtszunahme und einer veränderten Körperhaltung leiden Schwangere häufig unter Gelenkschmerzen. Die Einnahme von Kollagen kann zumindest bei Arthrose-Patienten und Sportlern zur Reduktion von Gelenkbeschwerden führen4,5 – ob das auch für Schwangere gilt, ist ungewiss.
  • Rückenschmerzen: Neben Gelenkschmerzen sind auch viele Frauen während der Schwangerschaft von Rückenschmerzen geplagt. Forschende aus Polen nennen Kollagen-Präparate als vielversprechende, potenziell ergänzende Strategie zur Behandlung von schwangerschaftsbedingten Schmerzen im unteren Rückenbereich und fordern Studien, um die Wirksamkeit und Sicherheit zu untersuchen6.

Wie viel Kollagen am Tag in der Schwangerschaft?

Da es bisher kaum Studien zur Einnahme von Kollagen während der Schwangerschaft gibt, kann auch keine pauschale Dosierempfehlung gegeben werden. Klassischerweise wird Kollagen in Mengen von etwa 2,5–15 g pro Tag eingenommen. In der erwähnten Studie wurden sogar zweimal täglich 15 g Kollagenhydrolysat eingenommen.

Die individuell optimale Dosierung kann von Faktoren wie Körpergewicht, Ernährung und Anwendungszweck abhängen. Wenn Sie sich für die Einnahme von Kollagen entscheiden und unschlüssig sind, sprechen Sie die Dosierung idealerweise mit Ihrem Arzt, Ihrer Hebamme oder einer Ernährungsfachkraft ab.


Hinweis: Kollagen ist kein „vollständiges“ Protein, da es nur wenige der essenziellen Aminosäuren enthält, bei denen während der Schwangerschaft ein erhöhter Bedarf besteht. Kollagenhydrolysat sollte daher nicht als Ersatz für andere Proteinquellen, sondern vielmehr als Ergänzung zu diesen betrachtet werden.

Welches Kollagen in der Schwangerschaft?

Welches Kollagen in der Schwangerschaft das Richtige ist, hängt ebenfalls von individuellen Faktoren ab. Wichtige Unterscheidungskriterien sind:

  • Kollagenhydrolysat vs. natives Kollagen: Da Kollagenhydrolysat besser bioverfügbar und auch einfacher in der Einnahme ist als natives Kollagen, ist ersteres in den meisten Fällen die bessere Option.
  • Die Kollagenquelle: Kollagen gibt es aus verschiedenen Quellen – am verbreitetsten sind Rinder- und Fischkollagen. Während z.B. bei einer Fischallergie Rinderkollagen zu bevorzugen ist, ist für Pescetarier Fischkollagen die bessere Wahl. Für die meisten Menschen spielt die Quelle jedoch keine wichtige Rolle.
  • Kollagen mit weiteren Inhaltsstoffen: Kollagenpräparate werden häufig mit weiteren Zutaten angereichert, die die körpereigene Kollagenproduktion unterstützen oder Eigenschaften wie den Geschmack verbessern sollen. Ob dies notwendig ist, kann von Ihrem Ernährungsstatus oder persönlichen Vorlieben abhängig sein. Jedoch sollten Sie stets prüfen, ob die weiteren Zutaten in der Schwangerschaft unproblematisch sind.

Der wichtigste Punkt, wenn Sie sich in der Schwangerschaft für die Kollageneinnahme entscheiden, ist jedoch die Produktqualität. Insbesondere in einer solch sensiblen Lebensphase sollten Sie nur auf hochqualitative Produkte von seriösen Herstellern setzen, um das Risiko einer Schadstoffaufnahme auf das möglichste Minimum zu reduzieren.

Fazit: Ist Kollagen in der Schwangerschaft sinnvoll?

Bisher existieren keine Hinweise auf schädliche Auswirkungen der Kollagen-Einnahme während der Schwangerschaft. Gleichzeitig fehlen jedoch aussagekräftige Studien, die Sicherheit und Nutzen speziell bei Schwangeren eindeutig belegen. Über spezifische schwangerschaftsbezogene Vorteile z.B. hinsichtlich Dehnungsstreifen, Gelenk- oder Rückenschmerzen lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt nur spekulieren. Wer Kollagen während der Schwangerschaft einnehmen möchte, sollte in jedem Fall auf hochwertige Produkte achten und die Anwendung idealerweise mit Arzt, Hebamme oder Ernährungsfachkraft abstimmen.

Quellen

  1. Baginski, Winter, et al., ‘Response to Hydrolysed Collagen Protein Supplementation in a Cohort of Pregnant and Post-Partum Women’, 2016. [Accessed: 9 June 2026].
  2. Shi, Lai, et al., ‘Collagen at the maternal-fetal interface in human pregnancy’, Int. J. Biol. Sci., vol. 16, no. 12, pp. 2220–2234, 2020. [Accessed: 9 June 2026].
  3. de Miranda, Weimer, et al., ‘Effects of hydrolyzed collagen supplementation on skin aging: a systematic review and meta-analysis’, Int. J. Dermatol., vol. 60, no. 12, pp. 1449–1461, Dec. 2021. [Accessed: 12 January 2024].
  4. Martínez-Puig, Costa-Larrión, et al., ‘Collagen Supplementation for Joint Health: The Link between Composition and Scientific Knowledge’, Nutrients 2023, Vol. 15, Page 1332, vol. 15, no. 6, p. 1332, Mar. 2023. [Accessed: 11 January 2024].
  5. Khatri, Naughton, et al., ‘The effects of collagen peptide supplementation on body composition, collagen synthesis, and recovery from joint injury and exercise: a systematic review’, Amino Acids, vol. 53, no. 10, p. 1493, Oct. 2021. [Accessed: 10 January 2024].
  6. Mazur, Herian, et al., ‘Alleviating back pain in pregnancy: Th e role of Alleviating back pain in pregnancy: Th e role of collagen supplementation collagen supplementation’. [Accessed: 9 June 2026].
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